Historie der FF Niederluetzingen 1

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein existierte in Niederlützingen eine Pflichtfeuerwehr. Sowohl während der Kaiserzeit als auch während der Weimarer Republik waren sämtliche Bürger unserer Gemeinde verpflichtet , im Katastrophenfall Hilfe zu leisten.

Bild : Johann Schäfer , erster Wehrführer der FFW Niederlützingen

Im Jahr 1933 , als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernahmen, kam es zu tiefgreifenden Veränderungen im Feuerwehrwesen.

“ Das Gesetz über das Feuerlöschwesen „, das die nationalsozialistische Regierung des Landes Preußens , zu dem auch die Rheinprovinz gehörte , am 28. Dezember 1933 verabschiedete , besagte , das in allen Gemeinden ab einer bestimmten Einwohnerzahl freiwillige Feuerwehren eingerichtet werden musten. Dort , wo es noch keine gab , waren unverzüglich Feuerwehren zu bilden. Um das Gesetz , das am 1. Januar 1934 in Kraft trat , umzusetzten , fand im Frühjahr 1934 in Oberlützingen , in der Gastwirtschaft Mosen , eine Versammlung der Amtsbürgermeisterei Burgbrohl statt. Im Verlaufe dieser Zusammenkunft wurde u.a. die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Niederlützingen beschlossen.

Josef Schlaf ( li.) war seit 1934 stellvertretender Wehrführer , Josef Schmitz ( re.) übte diese Funktion am Ende des 2. Weltkrieg aus.

Anfangs bestand die Wehr aus rund einem Dutzend Aktiver. Als Wehrführer fungierte der Schmied Johann Schäfer , sein Stellvertreter war Josef Schlaf. Daneben zählten u.a. Wilhelm Becker , Peter Jungbluth und Adams Waßweiler zu den ersten Mitgliedern der Niederlützinger Feuerwehr. Die Namen aller “ Feuerwehrmänner erster Stunde “ sind uns heute leider nicht mehr bekannt. Daher müssen die obrigen Namen als Erinnerung an die Gründerzeit genügen. Als Feuerwehrhaus diente das im Jahre 1835 erbaute “ Spritzenhaus“ auf dem Raiffeisenplatz. Es beherbergte die Wehr noch bis in die 1970er Jahre hinein , wurde dann abgerissen und durch das jetzige Gerätehaus ersetzt.

An Ausrüstungsgegenständen übernahm die Wehr die Materialien der Gemeinde , also Handpumpe , Schläuche und Feuereimer. Daneben finanzierte die Gemeinde die Anschaffung von mehreren Einreißhaken sowie von drei Feuerleitern. Uniformen besaß man zunächst noch nicht. Diese erhielten die Wehrleute erst einige Jahre später. Die junge Wehr begann unverzüglich mit regelmäßigen Übungen , die die Einsatzbereitschaft erhöhen sollten.

Wie die anderen Vereine und Gruppierungen , so wurden natürlich auch die Feuerwehren von den nationalsozialistischen Machthabern gleichgeschaltet, um besser kontrolliert und für poltitische Zwecke missbraucht zu werden. Durch ein weiters Gesetz über das Feuerlöschwesen, das am 23. November 1938 verabschiedet wurde , wurden alle von den Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände aufgelöst und sämtliche freiwilligen Feuerwehren zu Hilfspolizeigruppen umgebildet.

Dieses Reichsfeuerlöschgesetz wurde unter anderem mit der wachsenden Bedeutung des Feuerlöschwesens für Verteidigungszwecke – ein Jahr später löste Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg aus ! – und den Luftschutz begründet. Von diesem Gesetz war natürlich auch unsere Wehr betroffen , die fortan als Hilfspolizei der Polizeibehörde unterstand. Hierdurch änderten sich auch die Aufgabenbereiche der Feuerwehr , denn neben der Brandbekäpfung und dem Einsatz bei Naturkatastrophen mussten die Wehrmänner auch bei anderen Gelegenheiten Dienst tun.

1939 begann der Zweite Weltkrieg. Im Verlaufe des Krieges wurde ein großer Teil der Wehrmänner zum Kriegsdienst einberufen , was die Wehr personell schwächte. Um diesem Mangel abzuhelfen , wurden per Verordnung die noch in Niederlützingen verbliebenen Männer zum Feuerwehrdienst verpflichtet. So gut es ging , wurden diese Leute dann ausgebildet. Wehrführer war weiterhin Johann Schäfer. Sein Stellvertreter wurde jetzt der Landwirt Josef Schmitz -Nett.

In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden , das im Jahr 1941 auf Anweisung der Kreisverwaltung Mayen- Niederlützingen gehörte damals zum Landkreis Mayen- auf dem heutigen Raiffeisenplatz, in unmittelbarer Nähe des “ Spritzenhauses „, ein Brandweiher errichtet wurde. Auch hier dachten die damaligen Machthaber sicherlich an die Brandbekämpfung im Verteidigungsfall, sprich bei Luftangriffen.

In den letzten Kriegsjahren mussten auch die meisten verpflichteten Feuerwehrleute Kriegsdienst leisten ,wodurch die Einsatzbereitschaft unserer Wehr so sank , das nach Kriegsende 1945 ein völliger Neuaufbau der Wehr erforderlich war. Viele der Männer , die vor dem Krieg der Feuerwehr angehört hatten , waren entweder gefallen , Kriegsversehrte oder befanden sich noch in Gefangenschaft. Die Ausrüstungsgegenstände waren ebenfalls zum größten Teil zerstört oder unbrauchbar.