Historische Handpumpe von 1836

Unsere historische Handpumpe von 1836

Sehr stolz sind wir auf unser historisches Schätzchen , eine Handpumpe aus dem Jahr 1836 die von unserem Feuerwehrkameraden Hans Walter Lubberich vor einigen Jahren erworben , und der Feuerwehr Niederlützingen übereignet wurde. Unseren Kameraden Alfred Reifferscheid sowie German Josef Walsdorf ist es zu verdanken das sie , wie vor über 170 Jahren , in bestem Zustand und voll funtionstüchtig ist.

Es folgen nun einige Bilder von unserer Handpumpe. Gut zu erkennen ist auch einer der sogenannten “ Feuereimer „

Die Pumpe:

Das Grundprinzip aller Handdruckspritzen hat sich jahrhundertelang bewährt: Das Prinzip der Kolbenpumpe, die auch heute noch in ähnlicher Form gebaut wird.Als deren Erfinder gilt der Physiker Ktesibius aus Alexandria, der um 250 vor Christus solche Pumpen erfand.
Diese Kolbenpumpen konnten das Wasser allerdings nicht selbst ansaugen, sondern mußten sich in einem Wasserbehälter befinden. Die nachfolgende Information beschreibt die Wirkungsweise einer Doppelkolbenpumpe:

Der linke Kolben befindet sich in der Saugstellung. Durch die Aufwärtsbewegung hat sich im Zylinder ein Vakuum gebildet. Daduch schließt sich das Auslaßventil und das Einlaßventil öffnet sich, um das Wasser einzulassen, das durch das Vakuum angesaugt wird.
Beim rechten Kolben hat sich in der gleichen Zeit genau der entgegengesetzte Vorgang abgespielt. Der Kolben drückt bei seiner Abwärtsbewegung das Wasser durch das sich öffnende Auslaßventil in den Druckkanal, während das Einlaßventil sich durch den Wasserdruck schließt.
Diese so einfache Funktion konnte mit wenigen Bauteilen und handwerklichem Geschick schon vor 300 Jahren in erstaunlicher Präzision gebaut werden. Die Problemstelle war lediglich die Dichtheit zwischen Kolben und Zylinder. Dieses wurde seinerzeit mit Ledermanschetten erreicht, später konnte man Gummilippen verwenden. Handdruckspritzen in dieser Form, egal ob mit einem oder zwei Kolben hatten durch den ständigen Wechsel zwischen Saug- und Druckvorgang einen unregelmäßigen Wasserstrahl zur Folge. Nur etwa ein Drittel des abgegebenen Wassers erreichte so das eigentliche Ziel. Weiterhin konnte die Pumpe nur so schnell bewegt werden wie das Wasser durch den Druckkanal abfließen konnte.

Der Windkessel:

Die Erfindung des Windkessels brachte hier großen Fortschritt. Auf den Druckkanal wurde ein geschlossener Behälter montiert. An diesem Behälter ist das Wendestrahlrohr bzw. der Schlauch über ein Absperrventil angeschlossen. Das Wasser wird in diesen Druckbehälter gepumpt. Sobald mehr Wasser gepumpt wird, als am Schlauch oder Wenderohr abgegeben werden kann, sammelt es sich im Windkessel.
Gleichzeitig verdichtet sich durch den steigenden Wasserpegel die enthaltene Luft und bildet ein Druckpolster, welches den Wasserstrahl gleichmäßig durch den Schlauch oder das Wenderohr leitet. Die Druckausgleichsgefäße an heutigen Heizungsanlagen haben den gleichen Effekt.

Ein weiteres Problem war die Hubbewegung der Kolben. In der „Feuerlöschpumpspritze“ von Anton Platner aus dem Jahre 1518 waren die Kolben und Zylinder in waagerechter Lage eingebaut und wurden durch Zug- und Druckstangen in waagerechter Richtung in Bewegung gebracht. Diese Arbeit war sehr kraftaufwendig.

Druckarme und Druckbalken:

Später wurden die Zylinder senkrecht eingebaut. Mittig oberhalb der Kolben wurde ein Druckbalken drehbar gelagert angebracht. Dieser war mit den Hubkolben verbunden. In den Druckbalken wurden am Einsatzort die Druckarme eingeschoben, an denen die Löschmannschaft dann die Pumpe bediente.
Die Handdruckspritzen des Klosters Salem von 1700 und 1725 zeigen, daß hier die Druckarme frontal in den Druckbalken gesteckt werden, was zur Folge hatte, daß am äußeren Ende des Druckbalkens die größte Person stehen mußte, um den Balken zu bewegen.

Beim Großteil aller noch vorhandenen Handdruckspritzen werden die Druckarme rechtwinklig zum Druckbalken eingeschoben, dadurch hat jeder Bediener die gleiche Hubhöhe zu bewältigen.

Hersteller unserer Handpumpe ist die Firma August Hoenig in Köln a. Rh.

Königlich Kaiserlicher Hoflieferant / Lieferant der Provincial Feuer – Societäten von Rheinland und Westfalen

Baujahr 1836