Rettungsgasse ….aus aktuellem Anlass

Ein Einsatz am 03.02.2017 auf der BAB 61 hat wieder mal gezeigt, das man noch viel Aufklärungsarbeit zum Thema Rettungsgasse leisten muss. Hier ein Auszug der Meldung der FF Bad Neuenahr von deren Webseite.:

Viertel nach Sechs wurde ein brennender Tanklastzug kurz vor der Anschlußstelle Niederzissen der A61 in Richtung Süd gemeldet. Der erstalarmierte Löschzug Heimersheim rückte mit Unterstützung vom Großtanklöschfahrzeug sowie des Mehrzweckfahrzeug Gefahrgut vom Löschzug Ahrweiler zur Einsatzstelle aus.

Noch auf der Anfahrt wurde ein Vollbrand des Tanklastzug gemeldet und das er mit 31.000 Liter Heizöl beladen wäre. Zur Unterstützung rückten zwei weitere Tanklöschfahrzeuge aus Bad Neuenahr und  Ahrweiler aus. Das Großtanklöschfahrzeug der Feuerwehr Sinzig wurde zeitgleich in Bereitschaft alarmiert. Die Autobahn wurde von der Polizei in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt.

Negativer Beigeschmack:

Zwei Tanklöschfahrzeuge sind auf der Anfahrt im Rückstau zunächst fast 20 Minuten stecken geblieben, da leider die Rettungsgasse nicht gebildet wurde und mehrere Lkw nebeneinander auf der Autobahn standen. Ein Durchkommen war somit unmöglich. Die Polizei mußte kurzzeitig die Vollsperrung der Autobahn aufheben um den Stau auseinanderzuziehen und ein weiteres Durchkommen der Feuerwehrfahrzeuge zu ermöglichen.

Die Rettungsgasse

Grundsätzlich, so schreibt es die StVO in §11, Abs. 2 vor, muss immer, wenn der Verkehr stockt, eine freie Bahn für Rettungsfahrzeuge geschaffen werden. Wichtig ist dabei, dass sie bereits bei der Annäherung im Rückstau – und zwar egal ob Berufsverkehr, wegen einer Baustellen oder einem Unfall – gebildet wird und nicht erst bei Annäherung der Einsatzfahrzeuge, da sonst unnötige Zeit verloren geht. Wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen, wie es in einem Stau meist der Fall ist, ist es nicht mehr möglich, den Rettungsfahrzeugen rechtzeitig Platz zu schaffen.

Nach einem Unfall zählt jede Minute! Jede Minute, die die Überlebenschance von Unfallopfern erhöht. Und jeder von uns kann Opfer eines Unfalls werden. Bitte trage mit dazu bei, schnelle Hilfe zu ermöglichen.

Da der Standstreifen nicht für Einsatzfahrzeuge geeignet ist – er ist nicht überall durchgehend ausgebaut, zudem können Pannenfahrzeuge den Weg versperren – ist die Bildung einer Rettungsgasse von entscheidender Bedeutung. Je schneller die Helfer vor Ort sind, umso schneller löst sich auch der Stau auf!

Wer die Rettungsgasse bei stockendem Verkehr nicht vorschriftsmäßig bildet, begeht eine Ordnungswidrigkeit (§ 49 Abs. 1 Nr. 11 StVO) und muss mit einer Geldbuße bzw. einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro rechnen. Bei schwerwiegenden Behinderungen kann unter Umständen eine strafrechtliche Verfolgung hinzukommen.

Befahren werden darf die Rettungsgasse ausschließlich mit Polizei- und Hilfsfahrzeugen. Dazu zählen: Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Arzt- und Abschleppfahrzeuge (§ 11 Abs. 2 StVO). Allen anderen Kraftfahrern ist die Durchfahrt untersagt und wird bei Nichtbeachtung mit einem Bußgeld geahndet.

Wichtig: Wenn das erste Rettungsfahrzeug vorbeigefahren ist, die Rettungsgasse nicht wieder schließen! Es können noch weitere Rettungsfahrzeuge folgen – auch nach einiger Zeit noch. Die Rettungsgasse so lange offen halten, bis der Verkehr wieder rollt!

Weitere Informationen unter : www.rettungsgasse-rettet-leben.de